Partnerinnen und Partner durchlaufen in ihrem Verhalten verschiedene Phasen, die die Angehörigen parallel zu den vorher beschriebenen Gefühlen durchlaufen.
» Vermeiden und beschützen
Sie entschuldigen Ihren Mann oder ihre Frau, wenn er oder sie nicht in der Lage ist zu arbeiten oder sagen den Besuch wegen einer angeblichen Erkrankung ab. Sie halten alles in Ordnung, damit nach aussen nichts sichtbar wird, was auf eine Alkoholabhängigkeit hinweisen könnte. Sie decken ihn oder sie unbedingt.
Verantwortlichkeiten übernehmen: Ich wecke ihn morgens, übernehme Aufgaben, die früher durch ihn erledigt wurden. Oder Ich verdiene Geld, um ihre Schulden zu begleichen.
Akzeptieren und Rationalisieren: Ich erfinde Geschichten, um vor mir selbst den Konsum des Partner zu rechtfertigen. Zum Beispiel, dass er den Alkohol braucht, um kreativ zu sein, um mithalten zu können. Oder:, dass ein Glas ja nicht so schlimm ist, morgen wird sie wieder Vernunft annehmen.
» Kontrollieren
Sie suchen nach seinem oder ihrem Alkoholvorrat, beginnen die Flaschen wegzuwerfen. Sie machen alles mögliche, um ihn abzulenken. Sie haben versucht, ihn an seine Verantwortung zu erinnern, indem sie zänkisch wurden. Oder Sie ihr gedroht und danach diese Drohung nicht wahrgemacht.
» Anklagen
Sie beginnen dem trinkenden Partner oder der Partnerin Vorwürfe zu machen. Sie klagen ihn an und drohen z.B. mit der Trennung.
» Resignieren ...
Die Letzte Phase: Früher oder später, meist aber sehr spät, ist die Kraft aller Beteiligten zu Ende.
Unter Umständen ist die betroffene Person nun arbeitslos, es ist kein Einkommen mehr vorhanden. Die Kinder werden verhaltensauffällig und kennt die Gründe genau. Man fühlt sich erschöpft, ist wie betäubt. Man wird selber krank und sucht Hilfe bei einem Arzt, der dann auch nicht helfen kann, da sein Einfluss auf den trinkenden Partner kleiner ist, als man es sich gewünscht hätte.
» ... oder eine Entscheidung fällen
Die Suche nach einem Ausweg beginnt : Gedanken an Trennung oder Scheidung tauchen auf, Irgendwann sind Enttäuschung, Wut und Erschöpfung so gross, dass es nicht mehr gelingt diese Emotionen zu verdrängen. An diesem Scheideweg fällt man eine Entscheidung: Resignation, totaler Rückzug oder Ausbruch.