Alkoholische Getränke werden aus vielen Gründen geschätzt: als Teil der Essens- und Trinkkultur, als Mittel zur Entspannung, und insbesondere als Teil des sozialen Austauschs und als Zeichen für eine Auszeit von den täglichen Verpflichtungen. Die grosse Mehrheit der Schweizer Bevölkerung hat einen unproblematischen und risikoarmen Umgang mit alkoholischen Getränken. Geringe Mengen von alkoholischen Getränken können einen gewissen schützenden Effekt auf Herz und Kreislauf haben.
Zahlreiche Menschen in der Schweiz konsumieren jedoch Alkohol auf eine Weise, mit der sie sich gesundheitlich schaden könnten. Problematisch sind der hohe Alkoholkonsum von Kindern und Jugendlichen sowie das zunehmende Rauschtrinken mit den negativen Begleiterscheinungen wie Gewalt und Unfälle.
Schematisch unterscheiden wir zwischen dem risikoarmen Konsum sowie dem »problematischen Konsum und dem »abhängigen Konsumverhalten.
Problematischer Alkoholhonsum
Von problematischem Alkoholkonsum wird nach internationalen Standards dann gesprochen, wenn durch das Konsumieren von Alkohol die eigene Gesundheit oder diejenige anderer Personen erheblich gefährdet wird und entsprechende Schäden in Kauf genommen oder verursacht werden. Als problematisch gilt auch der Alkoholkonsum von Personen, die – wie Kinder oder kranke Menschen – grundsätzlich auf Alkohol verzichten sollten.
Alkoholabhängigkeit
Schätzungsweise gegen 300‘000 Personen in der Schweiz sind alkoholabhängig oder zumindest stark alkoholgefährdet, davon sind rund zwei Drittel Männer.
Alkoholabhängigkeit und problematischer Alkoholkonsum aüssern sich in unterschiedllichen »Konsummustern.
Rauschtrinken
Der Begriff Rauschtrinken (engl.: Binge Drinking) steht laut internationalen Richtlinien für den Konsum einer grossen Menge Alkohol in einem kurzen Zeitraum. Anlass zur Sorge bereitet vor allem das Rauschtrinken von Jugendlichen. In der Schweiz werden täglich 5 junge Menschen (bis 23 Jahre alt) aufgrund von Alkoholproblemen in ein Spital eingeliefert, mehr als die Hälfte mit Vergiftungssymptomen.
Chronischer Konsum
Schätzungsweise 260‘000 Personen im Alter zwischen 15 und 75 Jahren trinken regelmässig zu viel Alkohol, davon sind mehr als die Hälfte gleichzeitig als Rauschtrinkende zu betrachten. Der Anteil chronisch Alkoholkonsumierender nimmt mit dem Alter tendenziell zu.
Situationsunangepasster Konsum
Unter dem Muster des situationsunangepassten Konsums zusammengefasst werden die Problemfelder Fahren unter Alkoholeinfluss oder Alkohol am Arbeitsplatz, beim Sport, bei der Einnahme von Medikamenten oder während der Schwangerschaft.
*Nationales Programm Alkohol 2008-2012 • Bundesamt für Gesundheit