Die Folgen des Trinkens für Familie und Partnerschaft
Eine Alkoholabhängigkeit stellt eine schwere Belastung für alle Bezugspersonen der betroffenen Person dar. Deshalb wird in der Fachwelt Alkoholismus oft als Familienkrankheit bezeichnet. Die Wahrscheinlichkeit, als Partnerin, Partner oder Kind eines abhängigen Menschen selber psychische Störungen zu entwickeln, sind deutlich höher als im Durchschnitt der Bevölkerung.
Die Gefühle der Angehörigen
Dieses von der Sucht Mitbetroffen-Sein löst bei den Angehörigen ganz ähnliche Gefühle wie bei den Abhängigen selbst aus.
» Scham
Man schämt sich für die abhängigen Person, die auffällig geworden ist. Kinder schämen sich für ihren Vater oder ihre Mutter; es ist erniedrigend, sie betrunken zu sehen.
» Schuld
Angehörige machen sich Vorwürfe: Wenn ich mich nur anders verhalten könnte, wäre sie ruhiger. Es wäre alles gar nicht so weit gekommen. Ich hätte ihn davon abhalten können zu trinken. Hätte ich die Kinder besser im Griff, käme er nach Hause und ginge nicht in die Beiz.
» Angst
Angehörige stehen stehen Ängste durch: Wieviel hat er getrunken, kommt er betrunken nach Hause? Hatte sie einen Autounfall oder hat sie das ganze Geld vom Konto genommen?
» Schmerz, Kränkung und Wut
Zusehen zu müssen, wie sich der geliebte Mensch verändert. Unnütze Streitgespräche, Beschimpfungen, Schuldzuweisungen, Täuschungsmanöver und Betrug durch die betroffene Person lösen tiefe Verletzungen aus.
» Einsamkeit
Die Situation wird noch zusätzlich belastet, da das unmittelbare soziale Umfeld oft mit mangelndem Verständnis, Schuldzuweisungen und Rückzug reagiert. Dies führt zu einer Isolierung. Aussenstehende die Problematik nicht verstehen und reagieren häufig ebenso überfordert mit unbrauchbaren Ratschlägen.
Auch innerhalb der Familie kann man die Krankheit oft icht ansprechen, da jedes einzelne Familienmitglied davon betroffen ist und ähnlich von sich fernhält. Dadurch enstehen jahrelange Leid verursachende Abhängigkeiten.